Unterschied WordPress.com und WordPress.org


Frage: Ich habe gerade ein Account bei WordPress.com abgeschlossen, kann jetzt aber gar keine Plugins installieren. Was ist denn eigentlich der Unterschied zu WordPress.org?

WordPress.com ist ein Webhosting-Angebot der Firma Automattic. Kunden dieser Firma erhalten eine fertig eingerichtete Website, für die die Software WordPress verwendet wird. WordPress ist OpenSource und kann von allen genutzt werden – auch von Automattic.

Vorteil des Webhosting bei WordPress.com ist, dass sich Anwender*innen nicht um Installation und Wartung (insbesondere regelmäßige Aktualisierungen, Absicherung gegen Hacker-Angriffe) kümmern müssen. Da die Kosten mit anderen Webhosting-Angeboten vergleichbar sind, bietet dieses Angebot für viele den Vorteil, dass sie sich auf ihre eigentliche Aufgabe – das Erstellen und Veröffentlichen von Inhalten – konzentrieren können. Nachteil ist, dass sich eine Menge an WordPress-Installationen nur dann mit vertretbaren Kosten betreiben lässt, wenn es keine bzw. möglichst wenig individuelle Abweichungen gibt. Deshalb sind bei WordPress.com-Accounts die Installation von Plugins oder individuelle Anpassungen vorhandener Themes (über den Einsatz der Funktionen von Jetpack hinaus) nicht erwünscht/gestattet. (1&1 bietet übrigens ein ähnliches Angebot an. Das Angebot nennt sich „Managed Hosting“ und erlaubt ebenfalls nur die Verwendung vorgegebener Themes und zusätzlich einiger vorgegebener Plugins.)

Die Software WordPress kannst du bei WordPress.org kostenlos herunterladen und ganz nach eigenen Wünschen ausprobieren, verwenden und weitergeben. Zusätzlich stehen dir über 44.000 Plugins und weit über 4.000 Themes als OpenSource zur Verfügung und es wird nochmal eine Vielzahl an kommerziellen Themes und Plugins angeboten. Wenn dir das noch nicht reicht, um den gewünschten Grad an Individualität zu erreichen oder eine bestimmte Funktionalität zu erzielen, kannst du die Software nach Belieben mit selbst geschriebenen Plugins ergänzen oder anpassen. Die zahlreichen Schnittstellen im Code (so genannte Hooks) bieten dir dabei sehr viel Flexibilität.

All diese zuletzt genannten Punkte sprechen dafür, die Software WordPress.org auf einem eigenen Webspace zu betreiben, wenn die Anpassungsmöglichkeiten gewünscht sind. Das setzt allerdings auch voraus, dass du dich in Eigeninitiative mit der Installation, Wartung und Absicherung gegen Angriffe auseinandersetzt.

Manchmal habe ich den Eindruck, dass Anwender diese Eigeninitiative unterschätzen. Aktualisierungen werden nicht oder zu selten ausgeführt, was die Websites potentiell unsicher macht. Statt Eigeninitiative „erwarten“ manche (!) Anwender, dass ihnen – zusätzlich zur kostenlosen Software – jemand anders die Installation und Einrichtung „schuldet“ (wieso eigentlich?). Oft wird auch der Aufwand, den z.B. ein Webshop mit WordPress und WooCommerce beinhaltet, kolossal unterschätzt. Oft wären Anwender hier mit einem fertig eingerichtetem und laufend gewarteten Webhosting bei WordPress.com deutlich besser beraten.

Fazit: WordPress.com ist ein Webhosting-Angebot, dass auf der Software WordPress basiert, aber nur begrenzt individuelle Anpassungen erlaubt. Eigene Themes und Plugins können gar nicht installiert werden, dafür muss sich der Anwender auch nicht mit vielen technischen Details abmühen. Wer aber technische Mühen nicht scheut, Eigeninitiative mitbringt und individuelle Anpassungen vornehmen möchte, fährt mit einer eigenen Installation der Software WordPress bei einem anderen Webhoster vermutlich besser.